... Berger des Pyrénées

Hymne an den Berger des Pyrénées



Hier die Übersetzung ins Deutsche (ein herzliches "DANKE!" an Isabelle Buol)

"Ich bin ein Schäferhund, ein Pyrenäen Schäferhund, der Hüter der grossen Herde in welcher die kleinen Lämmer spielen.

Im Sommer im Winde der Gipfel, im Winter dann im Tale übe ich meinen Beruf gut aus, denn ich bin ein kleiner Schlaumeier.
Unter freiem Himmel schlafen das ist genial und wunderbar. Selbst wenn ich hie und da reklamiere sind meine Augen voller Liebe.

Ich bin ein Schäferhund, ein Pyrenäen Schäferhund, der Hüter der grossen Herde in welcher die kleinen Lämmer spielen.

Mit meinem wirren Fell allüberall bin ich doch kein Spielzeug. Ich liebe die grosse Weite, denn ich kann nur ungerne stillhalten.
Meinem treuen Herrchen folgend bis hin zum ewigen Schnee, sehe ich morgens die Sonne aufgehen. Lieber Gott wie sind die Berge schön.

Ich bin ein Schäferhund, ein Pyrenäen Schäferhund, der Hüter der Grossen Herde in welcher die kleinen Lämmer spielen "

Die Kehrseite der Medaille

süsser Pyrénées-Blick

Die Zahl der Berger des Pyrénées-Züchter in Österreich und den angrenzenden Ländern stieg in den letzten Jahren massiv an. Und manchmal, so scheint es zumindest, wird in der Zucht leider mehr auf Exterieur denn auf Gesundheit und gutes Wesen geachtet. Denn der Markt schreit nach kuscheligen, flauschigen Welpen mit schwarzen Kulleraugen. Und auch erwachsen gibt ein Pyri ein wunderschönes Bild in der Familie ab: nicht zu groß, damit er Platz in einer Wohnung findet, aber nicht zu klein, denn man will doch einen RICHTIGEN Hund. Ein Pyrénées hat mittellanges Haar, ist daher so richtig schön flauschig für die Kinder, aber nicht zu viel Arbeit für die Hausfrau. Er ist aufmerksam und gelehrig, und somit leicht zu erziehen. Hütehundtypisch ist der wuschelige Zeitgenosse stets bestrebt bei seiner Familie zu bleiben und alle zusammenzuhalten, dabei ist er aber wachsam was Eindringlinge betrifft.
Soweit so gut. O.a. Informationen findet man so oder in ähnlicher Form auch auf vielen Internetseiten. Meine Plattform möchte ich jedoch nutzen, um auch auf die Kehrseite der Medaille hinzuweisen. Den Pyri nicht nur als den süssen Kuschel-Wuschel-Familienhund darstellen, sondern auch das zeigen, was man nur von ehrlichen Züchtern, hinter vorgehaltener Hand, und allenfalls in ein paar Insiderforen erfährt.

Vidou: nach 2,5 h Freilauf in einer Schlucht nimmt er sich Zeit ein paar Sekunden fürs Foto zu posieren

Der Berger des Pyrénées gehört zu den Hütehunden, das heisst: diese Rasse wurde für das Hüten von Schafen etc. gezüchtet. Mit dieser Arbeit geht eine enge Bindung des Hütehundes zu seinem Schäfer einher - diesem scheint er förmlich jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Wie alle Hütehunderassen trägt der Pyri, seiner Verwendung als Hütehund entsprechend, der den ganzen Tag mit seinem Schäfer in den Bergen unterwegs ist und Schafe hütet, sehr viel Elan in sich, ihn körperlich ausgelastet und müde in einer Ecke liegen zu finden, ist ein seltener Anblick. Ein Berger des Pyrénées ist immer "ready to go", er will immer gefordert zu sein. Diesen Typ Hund in einer kleinen Wohnung nur mit der Aufgabe "Familienhund" auf Dauer halten zu können, ist meiner Meinung nach nicht möglich. Es sei denn, man findet sich damit ab, dass sich der Hund seine geistige und/oder körperliche Auslastung selber sucht. Zu den Möglichkeiten sich auszulasten gehört vor allem das Hüten/Jagen von Autos, Fahrradfahrern, Joggern, Kindern, etc. Dies ist, aufgrund der ursprünglichen Verwendung der Rasse als rassetypisch, wenngleich als unerwünscht anzusehen. Ein unausgelasteter Pyrénées wird im Weiteren auch Freude am Jagen von Wildtieren finden, die Freude wohl aber mit seinem Besitzer nicht teilen können. Die Aussage von wegen "ein Hütehund jagt nicht" ist nicht nur in die Reihe der Mythen und Sagen einzuordnen, sondern meiner Meinung nach eine fahrlässige Information, die nur dazu dienen soll, unwissenden (Erst)Hundebesitzern diese Hunde noch schmackhafter zu machen. Da Hüten eine Sequenz des Jagdverhaltens darstellt (lt. Coppinger beim Hütehund "reduziert" auf: orten- fixieren- anpirschen - HETZEN- zerreissen-fressen), wird dabei selten mitverpackt. Hütehunde können also durchaus auch jagen, so man sie lässt ...

Was beim Berger des Pyrénées zwar ebenfalls als rassetypisch zu bezeichnen aber heutzutage ein grosses Thema im Zusammenleben mit anderen ist, ist ihre Bellfreudigkeit. Dr.med.vet. Irene Sommerfeld-Stur brachte es in einem ihrer Vorträg die ich besuchte auf den Punkt "Ein typisches Beispiel für die Zusammenarbeit von verschiedenen Rassen bilden der Berger des Pyrénées, der kleine französische Hütehund, und der Pyrenäenberghund (französischer Herdenschutzhund): nähern sich Eindringlinge der Herde, ist es der kleine quirlige Hütehund, der laut kläffend zum großen Herdenschutzhund, der unter dem großen Baum schläft, läuft und ihn auf die Eindringlinge hinweist. Der Herdenschutzhund ist dann jener, der die Eindringlinge vertreibt." Was heisst dies für den Alltag des Familienhundes? Ein Vertreter der Rasse Berger des Pyrénées wird seinen Besitzer auf alle für ihn auffälligen Geräusche und sich nähernde fremden Personen laut und nachhaltig hinweisen. In diesen Kontext weise ich erneut darauf hin, dass es sich beim Berger des Pyrénées um einen sehr aufmerksamen Hund handelt, ihm entgeht nichts. Will man sich also einen solchen Rassevertreter ins Haus holen, sollte man entweder nicht in einer Wohnung wohnen, mit den Nachbarn ein gutes Auskommen haben, oder die Bellfreudigkeit von Anfang an unterbinden. Das ist durchaus möglich.

just love ...

Fazit: der Berger des Pyrénées ist MEIN PERSÖNLICHER HERZHUND! Mein Leben, meine Liebe gehört diesen Hunden. Es sind unheimlich charmante, liebevolle, charismatische Hundepersönlichkeiten, die mein Leben bereichert haben, wie es keine andere Rasse je geschafft hat. Sie um sich zu haben bedeutet mehr als Worte auszudrücken vermögen. Aber: sie sind absolut keine Ersthunde, sie sind aufgrund ihrer Intelligenz sehr anspruchsvoll, wollen gefordert sein. Sie sind leidenschaftliche Beller, in Vergleich zu anderen Rassen manchmal hyperaktiv und ihre "Anschaffung" muss wahrlich gut überlegt sein. Wenn Sie sich über den Berger des Pyrénées informieren und unsere Pyrénées Thelie und Vidou gerne persönlich kennenlernen möchten, oder gerne Informationen zu den Züchtern meines Vertrauens haben wollen,

kontaktieren Sie mich, ich informiere Sie gerne!

Von Hamburg nach Pitten

Speedy, ein Hamburger in Pitten

Purer Zufall war es, dass der Hamburger Hagen Kirsch und Uwe eines Tages aufeinandertrafen. Das Kennenlernen der beiden Männer war zwar grundsätzlich wenig spektakulär, doch Hagen hatte etwas außergewöhnliches an sich, vielmehr bei sich: einen schwarzen Berger des Pyrénées. Der adrette 6 jährige kastrierte Rüde hört auf den Namen "Speedy" und ist vor 2 Jahren mit seinen Besitzern von Hamburg nach Pitten gezogen. Schnell war für die beiden Männer klar, dass man die verstrichenen 2 Jahre nachholen und sich zu einem Spaziergang mit den Hunden treffen musste.

DooLittle wird als "Nicht-Schaf" geoutet

Am 6.1.2009 war es schließlich so weit, dass sich 4 Leute mit 4 Hunden - darunter 3 Berger des Pyrénées - zu einem Spaziergang im Schnee einfanden. Die Pyris verstanden sich auf Anhieb, der Irish wurde von Speedy schnell als "Nicht-Pyrénées" und "Nicht-Schaf" erkannt und somit aus der homogenen Herde vertrieben. DooLittle nahms dem Pyrénées-Rüden nicht allzu krumm, und gesellte sich bald wieder zur Gruppe, wurde erneut geoutet, aufs Neue vertrieben, gesellte sich erneut dazu, ... Nach einigen Malen wurde das zum lustigen Spiel zwischen den beiden Buben und irgendwann flitzten sie nur mehr voll Energie durch die Felder.

zwei Pyri-Buben unterwegs

Wir lernten Speedy als einen aktiven und folgsamen Pyri-Rüden kennen, der (für die Rasse untypisch) sehr menschenfreundlich ist. Es war eine große Freude sich mit Pyrénées Besitzern über die Wesenszüge der Rasse zu unterhalten und Erfahrungen auszutauschen. Wir fanden den Hund des anderen im jeweils eigenen wieder. In seinen Bewegungen. Seiner Aufmerksamkeit. Seinem Arbeitseifer. Seiner Bellfreudigkeit. Seiner Art auf Neues zu reagieren. In seinem "Pyri-Sein". Auch die Menschen fanden viele gemeinsame Hobbys und Interessen, sodaß das 2. Treffen noch für diese Woche vereinbart wurde. Vorab ist ein Spaziergang geplant, doch Beate hat auch schon Interesse am gemeinsamen Hüten bekundet, und Hagen möchte sich ein paar Schafe zulegen ... einer Freundschaft von Mensch & Hund sind somit Tür und Tor geöffnet! Wir freuen uns schon sehr auf ein Wiedersehen!

Anbei noch ein paar Fotos vom Spaziergang mit 3 Hunden, die an ALLEM interessiert sind, nur nicht am Stillsitzen für Fotos ...

Speedy Teil 2

Wie angekündigt, traf man sich wieder zu einem Berger-Spaziergang, die spärlichen jedoch sehr netten Fotos (wir waren mehr mit den Hunden beschäftigt) möchte ich Ihnen nicht vorenthalten - danke Hagen fürs fotografieren.

Anbei noch, für Pyrénées-Freunde, die Daten von Speedy:

Zuchtbuchname: Bergerac de la Resine
Vater: Issigeac du pas du Loup
Mutter: Cancan du pas du Loup
Geboren: 19.03.2002
Geschlecht: Rüde kastriert (hatte Zuchtzulassung)
Farbe: schwarz
Größe: 45,5 cm

Happy birthday Knopfauge!!! (Februar 2009)

Zerzauster Professor mit 5 Monaten

Vidou hat(te) Geburtstag, den 5ten. Wie die Zeit doch vergeht. Ich hatte den kleinen Kerl schon als Welpe bei einem Besuch bei Familie Janes gesehen und mich sofort in ihn verliebt. Doch von Abgabe war damals keine Rede, schließlich wollten die ambitionieren Züchter den hübschen waschechten Franzosen zur Zucht verwenden. In großer Zuneigung zu dem kleinen Wuschel aber wenig Hoffnung den Buben irgendwann mal zu mir holen zu können, bekundete ich bei Familie Janes mein Interesse - "falls man sich doch mal von ihm trennen müsste". 2 Monate später erhielt ich einen Anruf. Die Züchter hatten sich schweren Herzens entschlossen den Rüden

kuscheliger Knopfauge

doch abzugeben, da es seit kurzem aus eigener Nachzucht einen ebenso vielversprechenden Junghund-Rüden gab, den man für die Zucht verwenden wollte. Also sollte Vidou auf einen guten Platz vermittelt werden. Schnell war die Entscheidung getroffen und der zerzauste Blonde übersiedelte vom hügeligen Tirol ins flache Burgenland. Vom ersten Tag an überzeugte er mit unheimlich viel Charme. Und einer gehörigen Portion Schalk! Es gibt keinen Tag an dem uns der quirlige Chaot nicht zum Lachen bringt, oder uns durch seine überschwenglichen Liebesbezeugungen vermittelt, dass es die richtige Entscheidung war ihn, der mich mit seinen Kulleraugen immer an Knopfauge von den Kuschelbären erinnert, zu uns zu nehmen.

HAPPY BIRTHDAY mein süsser Knopfauge!

Hier die Hardfacts von unserem Buben
Video der Kuschelbären

Wie alles begann ...

Als ich Ende 2002 beschlossen hatte, einen Berger des Pyrénées zu mir zu nehmen, gab es in Österreich nicht mal eine Hand voll Züchter. Zwei davon hatten nur alle Jahre einen Wurf, und der erfahrenste und kompetenteste Züchter von allen vergab schon damals seine Hunde nicht an jeden. Freilich hätte Mann/Frau die Hundesuche lehrbuchgleich gestalten können: in ferne Länder reisen um eine größere Anzahl an Züchtern zur Auswahl zu haben und in Folge dessen aus einem größeren Genpool schöpfen zu können. Dann möglichst oft in eben dieses ferne Land reisen um die sorgsam auserwählten Elterntiere meines künftigen Hundes persönlich kennenlernen zu können und schlußendlich den Welpen mehrmals besuchen um ihn wachsen zu sehen, an sich zu binden, zu prägen. Doch eigentlich wollte ich ja nur einen Hund …
Schon seit etlichen Monaten war mir eine von Familie Janes gezogene Pyrénées-Dame bekannt, die ich zweimal die Woche beim Therapiehundetraining sah.

Baby Thelie - in Frankreich

Dementsprechend gut kannte ich die Hündin als auch die Besitzerin (selber Trainerin), zu deren Hunden auch eine Picard-Hündin gehörte, die ebenfalls aus dem Zwinger der Familie Janes stammte. Ich hatte daher wohl gute Karten als ich mit meiner Anfrage „gesucht: Hündin, 4-10 Monate alt“ an die Züchter herantrat. Denn es ergab sich bereits nach wenigen Wochen, dass sich Familie Janes entschied, eine von ihnen importierte Hündin, die von einer kleinen französischen Zucht stammte, im Alter von 7 Monaten an mich abzugeben. Die Hündin und ihre Schwester wurden von den ambitionierten Züchtern bereits kurz nach der Geburt reserviert (unkupiert, was dem französischen Züchter so gar nicht recht war), und im Abgabealter nach Tirol gebracht, wo sie in einem schier nie enden wollenden Tal in einer Gruppe von Berger des Pyrénées und Berger des Picardie aufwuchsen.

Touraille & Thelie, zwei Schwestern aber grundverschieden

Thelies Schwester Touraille wurde mit 6 Monaten als Zuchthündin nach Bayern verkauft, Thelie, die aufgrund eines Zahnfehlers seitens der tiroler Züchter als zuchtuntauglich eingestuft wurde, war mit der Zusatzpassus „es wird ausdrücklich vereinbart, dass die Hündin nicht zur Zucht verwendet wird“ , ebenfalls frei zur Abgabe.
Kurz nach dem Entschluss von Familie Janes die Hündin abzugeben, war klar dass ich Thelie, von der ich bis dahin noch kein einziges Foto gesehen hatte, kaufen könnte, so sie mir gefallen würde. Freilich war ich geehrt eine Hündin zu erhalten, die sich der Züchter für sich selbst importiert hatte, stimmte einem Treffen sofort zu. Und dann?

Das hässliche Entlein, kurz nachdem ich es bekam ...

Tja. Was soll ich sagen? Wie beschreibt man die Situation kurz und prägnant, nicht zu unhöflich aber doch ehrlich … Man traf sich. Ich sah den Hund. Hatte schon viele Hunde zuvor gesehen. Doch dieser Hund war so gar nicht dass, was ich mir unter einem hübschen Hund vorstellte. Was sollte ich tun? Lange hatte ich mich auf diesen glückseligen Moment vorbereitet, nächtelang nicht schlafen können und nun lief vor mir dieses hässliche Entlein herum, dass sich nicht im mindesten für mich interessierte, egal was ich auch tat. Ob Spielzeug oder Futter. Sie war jene von allen anwesenden Hunden, die sich wirklich am aller aller wenigsten für mich interessierte. Es war ein kleiner Schritt „Danke nein“ zu sagen, ein weit größerer dem Kauf dieses Hundes zuzustimmen. Ja, es hatte mich damals wirklich Überwindung gekostet „Ja“ zu sagen. Es gab nur zwei Gründe die mich damals dazu veranlassten meinen Unterschrift unter den Kaufvertrag zu setzen: der erfahrenste Pyrénées-Züchter Österreichs war bereit mir eine seiner Hündinnen zu übereignen, die er ursprünglich für sich gedacht hatte. Welch Kompliment. Und: alle meine HERZtiere kamen auf sehr sehr, wirklich sehr eigenartige Art und Weise zu mir. Sie wurden zu jenen Tieren, die einem ständig nah sind, die man nie mehr aus seinem Herzen lässt …
Da saß ich nun am Beifahrersitz, ein kleines, total verängstigt zitterndes Häufchen Elend zwischen meinen Beinen, und wusste nicht, ob ich nicht doch noch umdrehen und die Hündin retournieren sollte. Doch ich wollte es versuchen. Ich mit ihr. Und ich denke auch sie mit mir.
Es dauerte keine 24h da mir Thelie überallhin nachlief, sie auf Pfiff sofort kam und Spazierengehen auch ohne Leine problemlos möglich war. In Frankreich am Berg aufgewachsen, danach 5 Monate „im Tal der Schafe“ hatte Thelie wenig Menschen kennengelernt, von LKWs, Bim & Co hatte sie wohl nicht einmal ansatzweise gehört. Dementsprechend intensiv waren die ersten Wochen in denen sie tagtäglich mit nach Wien ins Büro kam, oft hatte ich Angst die kleine Maus würde kollabieren, vor Angst, Schreck und Panik vor all dem Neuen. Richtig dosiertes Training, viel Motivation und Spaß am Miteinander schweißte uns aber derart zusammen, dass wir bereits 6 Monate nach unserem ersten Kennenlernen die Therapiehundeprüfung mit Bravour bestanden! Wahrlich eine Meisterleistung! Welch stolze Mutter war ich doch damals!

Teamwork

Es folgten Jahre in denen wir bis zu 24h pro Tag miteinander verbrachten, und jeder Tag lies uns einander noch näher kommen. Egal ob im Alltag, beim Hundetraining, beim Hüten oder in der Therapiehundearbeit: Thelie entwickelte sich vom hässlichen Entlein zum wunderschönen Schwan! Viele Freundinnen beneideten mich um unsere Symbiose, unser blindes Verständnis, unser schier grenzenloses Vertrauen. Und auch für mich steht fest, dass ich damals, am 1.3.2003, wohl die beste Entscheidung meines (Hunde)Lebens getroffen habe!
Erst vor wenigen Tagen erhielt ich ein Buch zur Leihgabe, dass ich die Jahre zuvor vergeblich erwerben wollte, vergeblich da es stets vergriffen war. „Der Pyrenäenschäferhund – Eine natürliche Rasse und ihr Biotop“ von Josef Müller und Udo Kopernik. Und dort fand ich, was ich in all den Jahren auch im Internet nicht finden konnte: Informationen zum Zwinger DU FYS, jener in dem Thelie am 8.2.2002 zur Welt kam. In besagtem Schmöker (546 Seiten nur über den Berger des Pyrénées!!!) wird der Zwinger DU FYS gleich als zweiter in der „Pariser Linie“ genannt. Es ist zu lesen, dass der Züchter Hr. Direz wohl in den 50er und 60er Jahren ansehnliche Erfolge in der Zucht von Berger des Pyrénées erzielte, sich dann aber wegen Unregelmäßigkeiten in der Zucht zurückzog. Seine Gattin führte den Zwinger weiter, es gelang ihr jedoch nur selten, das frühere hohe Niveau zu erreichen. In den Folgejahren wurde die Linie DU FYS noch in anderen Zwingern konserviert, das Zuchtgeschehen im Zwinger selber dürfte aber, so wie es mir auch von Fam. Janes berichtet worden war, auf ein Minimum herabgesetzt worden sein.

my sweetheart

Nach dem Lesen dieser Zeilen war ich sprachlos. Fand ich mich vor wenigen Jahren noch vor der Entscheidung einen für mich damals überaus hässlich aussehenden Hund zu mir zu nehmen, so finde ich nun heraus, dass die Wahl, die damals eigentlich keine war, da es ja keine AUS-Wahl gab, besser hätte nicht sein können. Du Fys, eine hervorragende Linie, direkt aus Frankreich. Freilich mag die Linie nicht mehr dem bereits erreichten Niveau des Zwingers von 1950 entsprechen, dennoch, und dessen bin ich mir sicher, näher am echten Berger des Pyrénées als viele Linien es heutzutage gutgläubigen Käufern versprechen.
Doch, und das mag das vorläufige Resumée der neu gewonnenen Erkenntnisse sein: was zählt es, einen Hund aus der angesehensten Zucht von 1950 zu haben? Einen Stammbaum in Händen halten zu können der andere neidisch werden läßt? Hervorragende Leistungen im Hundetraining zu erzielen? Ich, ich ganz alleine für mich, liebe meine Hunde wie sie sind! Mit all ihrem Charme, mit all ihren Macken! Ich liebe sie, sie erfüllen mich. Bis tief in mein Herz, bis tief in mein Herz …